In seiner Skulptur thematisiert Björn Kassner die unterschiedlichen Wertvorstellungen, die innerhalb einer Gesellschaft bestehen können, und wie diese entweder zu Verbundenheit, Fortschritt und Einigkeit führen können oder aber zu Entfremdung, Zwietracht und Feindschaft. Dafür verwendet er eine Eisenbahnschiene aus Stahl, die in zwei Teilstücke unterteilt wurde. Das kleinere Teilstück, der Fuß, ist einen Zentimeter breit und steht für jedes einzelne Mitglied einer Gesellschaft, während das größere Stück, das 99 Zentimeter lang ist, auf einem einzelnen Punkt balanciert und somit die Rolle dieser Mitglieder bei der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts der Werte verkörpert.
Wenn man die beiden Teilstücke zusammenlegt, erhält man eine Länge, die nahezu der des Pariser Urmeters entspricht, welches als Maßverkörperung von festen Werten oder Messgrößen galt und als Ausgangspunkt eines jeden metrischen Einheitensystems bis 1960 zu Grunde gelegt wurde. Björn Kassner spielt in seiner Arbeit mit dem fragilen Gleichgewicht der Masse und verdeutlicht damit, dass jedes Mitglied einer Gesellschaft seinen Beitrag leistet, um ein funktionierendes Wertesystem aufrechtzuerhalten. Die Verwendung des Pariser Urmeters als Referenz rückt dabei die Notwendigkeit von festen Verabredungen und Kenngrößen in den Vordergrund und zeigt auf, wie wichtig es ist, dass die Mitglieder einer Gesellschaft ein gemeinsames Set an Werten teilen, um das Gleichgewicht aufrechtzuerhalten.
Die Verwendung von Stahl als Material der Skulptur steht auch für eine gewisse Härte und Stabilität, was die Idee der Verlässlichkeit des Wertesystems noch verdeutlicht.